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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
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Denn man frage sich nur gründlich:warum willst dunicht täuschen? namentlich wenn es den Anscheinhaben sollte, und es hat den Anschein! als wenndas Leben auf Anschein, ich meine auf Irrthum, Betrug,Verstellung, Blendung, Selbstverblendung angelegt wäre,und wenn andrerseits thatsächlich die grosse Form desLebens sich immer auf der Seite der unbedenklichstenTroXvTQonoi gezeigt hat. Es könnte ein solcher Vorsatzvielleicht, mild ausgelegt, eine Don - Quixoterie, einkleiner schwärmerischer Aberwitz sein; er könnte aberauch noch etwas Schlimmeres sein, nämlich ein lebens-feindliches zerstörerisches Princip . . .Wille zur Wahr-heit das könnte ein versteckter Wille zum Tode sein.

Dergestalt führt die Frage: warum Wissenschaft?zurück auf das moralische Problem: wozu überhauptMoral, wenn Leben, Natur, Geschichteunmoralischsind? Es ist kein Zweifel, der Wahrhaftige, in jenemverwegenen und letzten Sinne, wie ihn der Glaube andie Wissenschaft voraussetzt, bejaht damit eine andreWelt als die des Lebens, der Natur und der Geschichte;und insofern er dieseandre Welt bejaht, wie? muss ernicht ebendamit ihr Gegenstück, diese Welt, unsre Welt

verneinen? . . . Doch man wird es begriffen haben,worauf ich hinaus will, nämlich dass es immer noch einmetaphysischer Glaube ist, auf dem unser Glaubean die Wissenschaft ruht, dass auch wir Erkennendenvon heute, wir. Gottlosen und Antimetaphysiker, auchunser Feuer noch von dem Brande nehmen, den einJahrtausende alter Glaube entzündet hat, jener Christen-Glaube, der auch der Glaube Platos war, dass Gott dieWahrheit ist, dass die Wahrheit göttlich ist . . . Aberwie, wenn diess gerade immer mehr unglaubwürdig wird,wenn Nichts sich mehr als göttlich erweist, es sei denn

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