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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
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für die Besten etwas Verborgnes und Verhülltes ge-wesen: was sich aber uns enthüllt, das enthülltsich uns Ein Mal! Die Griechen beteten wohl:Zwei und drei Mal alles Schöne! Ach, sie hattenda einen guten Grund, Götter anzurufen, denn die un-göttliche Wirklichkeit giebt uns das Schöne gar nichtoder Ein Mal! Ich will sagen, dass die Welt übervollvon schönen Dingen ist, aber trotzdem arm, sehr arman schönen Augenblicken und Enthüllungen dieserDinge. Aber vielleicht ist diess der stärkste Zauber desLebens: es liegt ein golddurchwirkter Schleier von

schönen Möglichkeiten über ihm, verheissend, wider-strebend, schamhaft, spöttisch, mitleidig, verführerisch.Ja, das Leben ist ein Weib!

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Der sterbende Sokrates. Ich bewundere dieTapferkeit und Weisheit des Sokrates in Allem, was erthat, sagte und nicht sagte. Dieser spöttische undverliebte Unhold und Rattenfänger Athens, der die über-müthigsten Jünglinge zittern und schluchzen machte, warnicht nur der weiseste Schwätzer, den es gegeben hat:er war ebenso gross im Schweigen. Ich wollte, er wäreauch im letzten Augenblicke des Lebens schweigsam ge-wesen, vielleicht gehörte er dann in eine noch höhereOrdnung der Geister. War es nun der Tod oder dasGift oder die Frömmigkeit oder die Bosheit irgendEtwas löste ihm in jenem Augenblick die Zunge und ersagte:Oh Kriton, ich bin dem Asklepios einen Hahnschuldig. Dieses lächerliche und furchtbareletzte Wortheisst für Den, der Ohren hat:Oh Kriton, das Lebenist eine Krankheit! Ist es möglich! Ein Mann wie