Druckschrift 
Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
Seite
265
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er, der heiter und vor Aller Augen wie ein Soldat ge-lebt hat, war Pessimist! Er hatte eben nur eine guteMiene zum Leben gemacht und zeitlebens sein letztesUrtheil, sein innerstes Gefühl versteckt! Sokrates, So-krates hat am Leben gelitten! Und er hat noch seineRache dafür genommen mit jenem verhüllten, schauer-lichen, frommen und blasphemischen Worte! Musste einSokrates sich auch noch rächen? War ein Gran Gross-muth zu wenig in seiner überreichen Tugend? AchFreunde! Wir hnüssen auch die Griechen überwinden!

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Das grösste Schwergewicht. Wie, wenn direines Tages oder Nachts ein Dämon in deine einsamsteEinsamkeit nachschliche und dir sagte:Dieses Leben,wie du es jetzt lebst und gelebt hast, wirst du noch ein-mal und noch unzählige Male leben müssen; und eswird nichts Neues daran sein, sondern jeder Schmerz undjede Lust und jeder Gedanke und Seufzer und alles un-säglich Kleine und Grosse deines Lebens muss dir wieder-kommen, und Alles in der selben Reihe und Folgeund ebenso diese Spinne und dieses Mondlicht zwischenden Bäumen, und ebenso dieser Augenblick und ichselber. Die ewige Sanduhr des Daseins wird immerwieder umgedreht und du mit ihr, Stäubchen vomStaube! Würdest du dich nicht niederwerfen und mitden Zähnen knirschen und den Dämon verfluchen, derso redete? Oder hast du einmal einen ungeheuren Augen-blick erlebt, wo du ihm antworten würdest:du bist einGott und nie hörte ich Göttlicheres! Wenn jener Ge-danke über dich Gewalt bekäme, er würde dich, wie dubist, verwandeln und vielleicht zermalmen; die Frage bei