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brechen neuer Quellen und Bedürfnisse, das Zuwachsenalter Wunden, das Abstossen ganzer Vergangenheiten— das Alles, was mit dem Unglück verbunden seinkann, kümmert den lieben Mitleidigen nicht: er willhelfen und denkt nicht daran, dass es eine persönlicheNothwendigkeit des Unglücks giebt, dass mir und dirSchrecken, Entbehrungen, Verarmungen, Mitternächte,Abenteuer, Wagnisse, Fehlgriffe so nöthig sind wieihr Gegentheil, ja dass, um mich mystisch auszudrücken,der Pfad zum eignen Himmel immer durch die Wollustder eignen Hölle geht. Nein, davon weiss er Nichts:die „Religion des Mitleidens“ (oder „das Herz“) gebietetzu helfen, und man glaubt am besten geholfen zu haben,wenn man am schnellsten geholfen hat! Wenn ihr An-hänger dieser Religion die selbe Gesinnung, die ihr gegendie Mitmenschen habt, auch wirklich gegen euch selberhabt, wenn ihr euer eignes Leiden nicht eine Stundeauf euch liegen lassen wollt und immerfort allem mög-lichen Unglücke von ferne her schon vorbeugt, wennihr Leid und Unlust überhaupt als böse, hassenswerth,vernichtungswürdig, als Makel am Dasein empfindet:nun, dann habt ihr, ausser eurer Religion des Mit-leidens , auch noch eine andre Religion im Herzen,und diese ist vielleicht die Mutter von jener: — dieReligion der Behaglichkeit. Ach, wie wenig wisstihr vom Glücke des Menschen, ihr Behaglichen undGutmüthigen! — denn das Glück und das Unglück sindzwei Geschwister und Zwillinge, die mit. einander grosswachsen oder, wie bei euch, mit einander — kleinbleiben! Aber nun zur ersten Frage zurück. — Wieist es nur möglich, auf seinem Wege: zu bleiben!Fortwährend ruft uns irgend ein Geschrei seitwärts;unser Auge sieht da selten Etwas, wobei es nicht nöthig