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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
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Was heisst erkennen. Non ridere, non lugere,neque detestari, sed int eiligere / sagt Spinoza, so schlichtund erhaben, wie es seine Art ist. Indessen: was istdiess intelligere im letzten Grunde Anderes, als die Form,in der uns eben jene Drei auf Einmal fühlbar werden? EinResultat aus den verschiedenen und sich widerstrebendenTrieben des Verlachen-, Beklagen-, Verwünschen-wollens?Bevor ein Erkennen möglich ist, muss jeder dieser Triebeerst seine einseitige Ansicht über das Ding oder Vor-kommniss vorgebracht haben; hinterher entstand derKampf dieser Einseitigkeiten und aus ihm bisweilen eineMitte, eine Beruhigung, ein Rechtgeben nach allen dreiSeiten, eine Art Gerechtigkeit und Vertrag: denn ver-möge der Gerechtigkeit und des Vertrags können allediese Triebe sich im Dasein behaupten und mit einanderRecht behalten. Wir, denen nur die letzten Versöhnungs-scenen und Schluss-Abrechnungen dieses langen Pro-cesses zum Bewusstsein kommen, meinen demnach, in-telligere sei etwas Versöhnliches, Gerechtes, Gutes, etwaswesentlich den Trieben Entgegengesetztes; während esnur ein gewisses Verhalten der Triebe zu ein-ander ist. Die längsten Zeiten hindurch hat man be-wusstes Denken als das Denken überhaupt betrachtet:jetzt erst dämmert uns die Wahrheit auf, dass der aller-grösste Theil unsres geistigen Wirkens uns unbewusst,ungefühlt verläuft; ich meine aber, diese Triebe, die hiermit einander kämpfen, werden recht wohl verstehen, sicheinander dabei fühlbar zu machen und wehe zu thun:jene gewaltige plötzliche Erschöpfung, von der alleDenker heimgesucht werden, mag da ihren Ursprunghaben (es ist die Erschöpfung auf dem Schlachtfelde).