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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
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164
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ihn getödtet! Wie trösten wir uns, die Mörder allerMörder? Das Heiligste und Mächtigste, was die Weltbisher besass, es ist unter unsern Messern verblutet,

wer wischt diess Blut von uns ab? Mit welchemWasser könnten wir uns reinigen? Weiche Sühnfeiern,welche heiligen Spiele werden wir erfinden müssen ?Ist nicht die Grösse dieser That zu gross für uns ?Müssen wdr nicht selber zu Göttern werden, um nurihrer würdig zu erscheinen? Es gab nie eine grössereThat, und w T er nur immer nach uns geboren wird,gehört um dieser That willen in eine höhere Geschichte,als alle Geschichte bisher war! Hier schwieg dertolle Mensch und sah wieder seine Zuhörer an: auchsie schwiegen und blickten befremdet auf ihn. Endlichwarf er seine Laterne auf den Boden, dass sie in Stückesprang und erlosch.Ich komme zu früh, sagte erdann, ich bin noch nicht an der Zeit. Diess ungeheureEreigniss ist noch unterwegs und wandert, es istnoch nicht bis zu den Ohren der Menschen gedrungen.Blitz und Donner brauchen Zeit, das Licht der Gestirnebraucht Zeit, Thaten brauchen Zeit, auch nachdem siegethan sind, um gesehn und gehört zu werden. DieseThat ist ihnen immer noch ferner als die fernsten Ge-stirne, und doch haben sie dieselbe gethan!

Man erzählt noch, dass der tolle Mensch des selbigenTages in verschiedene Kirchen ein gedrungen sei unddarin sein Requiem aeternam deo angestimmt habe.Hinausgeführt und zur Rede gesetzt, habe er immernur diess entgegnet:Was sind denn diese Kirchennoch, wenn sie nicht die Grüfte und Grabmäler Gottessind?