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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
Seite
163
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Der tolle Mensch. Habt ihr nicht von jenemtollen Menschen gehört, der am hellen Vormittage eineLaterne anzündete, auf den Markt lief und unaufhörlichschrie:Ich suche Gott! Ich suche Gott! Da dortgerade Viele von Denen zusammen standen, welchenicht an Gott glaubten, so erregte er ein grosses Ge-lächter. Ist er denn verloren gegangen ? sagte derEine. Hat er sich verlaufen wie ein Kind? sagte derAndere. Oder hält er sich versteckt? Fürchtet er sichvor uns? Ist er zu Schiff gegangen? ausgewandert?so schrieen und lachten sie durcheinander. Der tolleMensch sprang mitten unter sie und durchbohrte siemit seinen Blicken.Wohin ist Gott? rief er, ich willes euch sagen! Wir haben ihn getödtet, ihr undich! Wir Alle sind seine Mörder! Aber wie habenwir diess gemacht? Wie vermochten wir das Meer aus-zutrinken? Wer gab uns den Schwamm, um den ganzenHorizont wegzuwischen? AVas thaten wir, als wir dieseErde von ihrer Sonne losketteten? Wohin bewegt siesich nun? AA^ohin bewegen wir uns? Fort von allenSonnen? Stürzen wir nicht fortwährend? Und rück-wärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten? Giebtes noch ein Oben und ein Unten? Irren wir nichtwie durch ein unendliches Nichts? Haucht uns nichtder leere Raum an ? Ist es nicht kälter geworden ?Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht?Müssen nicht Laternen am Vormittage angezündet wer-den? Hören wir noch Nichts von dem Lärm der Todten-gräber, welche Gott begraben? Riechen wir noch Nichtsvon der göttlichen Verwesung? auch Götter ver-wesen! Gott ist todt! Gott bleibt todt! Und wir haben

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