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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
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wollen zu unterscheiden: den Aneignungstrieb und denUnterwerfungstrieb, je nachdem der Stärkere oder derSchwächere Wohlwollen empfindet. Freude und Begehrensind bei dem Stärkeren, der Etwas zu seiner Functionumbilden will, beisammen: Freude und Begehrtwerden-wollen bei dem Schwächeren, der Function werdenmöchte. Mitleid ist wesentlich das Erstere, eine ange-nehme Regung des Aneignungstriebes, beim Anblick desSchwächeren: wobei noch zu bedenken ist, dassstarkundschwach relative Begriffe sind.

119.

Kein Altruismus! Ich sehe an vielen Menscheneine überschüssige Kraft und Lust, Function sein zuwollen; sie drängen sich dorthin und haben die feinsteWitterung für alle jene Stellen, wo gerade sie Functionsein können. Dahin gehören jene Frauen, die sich indie Function eines Mannes verwandeln, welche an ihmgerade schwach entwickelt ist, und dergestalt zu seinemGeldbeutel oder zu seiner Politik oder zu seiner Gesellig-keit werden. Solche Wesen erhalten sich selber ambesten, wenn sie sich in einen fremden Organismus ein-fügen; gelingt es ihnen nicht, so werden sie ärgerlich,gereizt und fressen sich selber auf.

120.

Gesundheit der Seele. Die beliebte medici-nische Moralformel (deren Urheber Ariston von Chios ist):Tugend ist die Gesundheit der Seele müsste wenig-stens, um brauchbar zu sein, dahin abgeändert werden:deine Tugend ist die Gesundheit deiner Seele. Denn