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Einzelnen aus, wie als ob hier von jeher die Quelle desRechts entsprungen sei. Aber die längste Zeit derMenschheit hindurch gab es nichts Fürchterlicheres, alssich einzeln zu fühlen. Allein sein, einzeln empfinden,weder gehorchen noch herrschen, ein Individuum bedeuten— das war damals keine Lust, sondern eine Strafe; manwurde verurtheilt „zum Individuum“. Gedankenfreiheitgalt als das Unbehagen selber. Während wir Gesetz undEinordnung als Zwang und Einbusse empfinden, empfandman ehedem den Egoismus als eine peinliche Sache, alseine eigentliche Noth. Selbst sein, sich selber nach eig-nem Maass und Gewicht schätzen — das gieng damalswider den Geschmack. Die Neigung dazu würde alsWahnsinn empfunden worden sein: denn mit dem Allein-sein war jedes Elend und jede Furcht verknüpft. Damalshatte der „freie Wille“ das böse Gewissen in seinernächsten Nachbarschaft: und je unfreier man handelte, jemehr der Heerden-Instinct und nicht der persönliche Sinnaus der Handlung sprach, um so moralischer schätzte mansich. Alles, was der Heerde Schaden that, sei es, dassder Einzelne es gewollt oder nicht gewollt hatte, machtedamals dem Einzelnen Gewissensbisse — und seinemNachbar noch dazu, ja der ganzen Heerde! — Darinhaben wir am allermeisten umgelernt.
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Wohlwollen. — Ist es tugendhaft, wenn eine Zellesich in die Function einer stärkeren Zelle verwandelt?Sie muss es. Und ist es böse, wenn die stärkere jenesich assimilirt? Sie muss es ebenfalls; so ist es für sienothwendig, denn sie strebt nach überreichlichem Ersatzund will sich regeneriren. Demnach hat man im Wohl-