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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
Seite
155
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zum Beispiel der anzweifelnde Trieb, der verneinendeTrieb, der abwartende Trieb, der sammelnde Trieb, derauflösende Trieb. Viele Hekatomben von Menschensind zum Opfer gebracht worden, ehe diese Triebelernten, ihr Nebeneinander zu begreifen und sich miteinander als Functionen Einer organisirenden Gewalt inEinem Menschen zu fühlen! Und wie ferne sind wirnoch davon, dass zum wissenschaftlichen Denken sichauch noch die künstlerischen Kräfte und die praktischeWeisheit des Lebens hinzufinden, dass ein höheres orga-nisches System sich bildet, in Bezug auf welches derGelehrte, der Arzt, der Künstler und der Gesetzgeber,so wie wir jetzt diese kennen, als dürftige Alterthümererscheinen müssten!

114.

Umfang des Moralischen. Wir construirenein neues Bild, das wir sehen, sofort mit Hülfe alleralten Erfahrungen, die wir gemacht haben, je nachdem Grade unsrer Redlichkeit und Gerechtigkeit. Esgiebt gar keine andern als moralische Erlebnisse, selbstnicht im Bereiche der Sinneswahrnehmung.

5-

Die vier Irrthümer. Der Mensch ist durchseine Irrthümer erzogen worden: er sah sich erstensimmer nur unvollständig, zweitens legte er sich er-dichtete Eigenschaften bei, drittens fühlte er sich ineiner falschen Rangordnung zu Thier und Natur, vier-tens erfand er immer neue Gütertafeln und nahm sieeine Zeit lang als ewig und unbedingt, sodass balddieser, bald jener menschliche Trieb und Zustand an

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