selber in Dem treu bleiben, was an uns wahr und ur-sprünglich ist. Lassen wir ihm seine intellectuellenLaunen und Krämpfe, erwägen wir vielmehr in Billig-keit, welche seltsamen Nahrungen und Nothdürfte eineKunst, wie die seine, haben darf, um leben und wachsenzu können! Es liegt Nichts daran, dass er als Denkerso oft Unrecht hat; Gerechtigkeit und Geduld sindnicht seine Sache. Genug, dass sein Leben vor sichselber Recht hat und Recht behält: — dieses Leben,welches Jedem von uns zuruft: „Sei ein Mann und folgemir nicht nach, — sondern dir! Sondern dir!“ Auchunser Leben soll vor uns selber Recht behalten! Auchwir sollen frei und furchtlos, in unschuldiger Selbstig-keit aus uns selber wachsen und blühen! Und so klingenmir, bei der Betrachtung eines solchen Menschen, auchheute noch, wie ehedem, diese Sätze an’s Ohr: „dassLeidenschaft besser ist als Stoicismus und Heuchelei,dass Ehrlich-sein, selbst im Bösen, besser ist, als sichselber an die Sittlichkeit des Herkommens verlieren,dass der freie Mensch sowohl gut als böse sein kann,dass aber der unfreie Mensch eine Schande der Naturist, und an keinem himmlischen noch irdischen TrösteAntlieil hat; endlich, dass Jeder, der frei werdenwill, es durch sich selber werden muss, und dassNiemandem die Freiheit als ein Wundergeschenk in denSchooss fällt“. (Richard Wagner in Bayreuth S. 94.)
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Huldigen lernen. Auch das Huldigen müssendie Menschen lernen wie das Verachten. Jeder, der aufneuen Bahnen geht und Viele auf neue Bahnen geführthat, entdeckt mit Staunen, wie ungeschickt und arm diese