127
sagte er zu Sieyes, je m’e7i vais enfin de ce monde,oü il faut que le coeur se brise ou se bronze —Dassind sicherlich nicht Worte eines sterbenden Franzosen.
96.
Zwei Redner. — Von diesen beiden Rednern er-reicht der eine die ganze Vernunft seiner Sache nurdann, wenn er sich der Leidenschaft überlässt: erstdiese pumpt genug Blut und Hitze ihm in’s Gehirn,um seine hohe Geistigkeit zur Offenbarung zu zwingen.Der Andre versucht wohl hier und da das Selbe: mitHülfe der Leidenschaft seine Sache volltönend, heftigund hinreissend vorzubringen, — aber gewöhnlich miteinem schlechten Erfolge. Er redet dann sehr balddunkel und verwirrt, er übertreibt, macht Auslassungenund erregt gegen die Vernunft seiner Sache Misstrauen:ja, er selber empfindet dabei diess Misstrauen, und darauserklären sich plötzliche Sprünge in die kältesten und ab-stossendsten Töne, welche in dem Zuhörer einen Zweifelerregen, ob seine ganze Leidenschaftlichkeit ächt ge-wesen sei. Bei ihm überfluthet jedes Mal die Leiden-schaft den Geist; vielleicht, weil sie stärker ist als beidem Ersten. Aber er ist auf der Höhe seiner Kraft,wenn er dem andringenden Sturme seiner Empfindungwidersteht und ihn gleichsam verhöhnt: da erst tritt seinGeist ganz aus seinem Versteck heraus, ein logischer,spöttischer, spielender, und doch furchtbarer Geist.
97 -
Von der Geschwätzigkeit der Schriftsteller.— Es giebt eine Geschwätzigkeit des Zorns, — häufig