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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
Seite
126
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Busse, und in dieser zog er das Gewand des Pöbelsan, als seine Art von härener Kutte! Sein böses Ge-wissen war die Versäumniss der Rache. Gesetzt,Chamfort wäre damals um einen Grad mehr Philosophgeblieben, so hätte die Revolution ihren tragischenWitz und ihren schärfsten Stachel nicht bekommen: siewürde als ein viel dümmeres Ereigniss gelten und keinesolche Verführung der Geister sein. Aber der Hass unddie Rache Chamforts erzogen ein ganzes Geschlecht:und die erlauchtesten Menschen machten diese Schuledurch. Man erwäge doch, dass Mirabeau zu Chamfortwie zu seinem höheren und älteren Selbst aufsah, vondem er Antriebe, Warnungen und Richtersprüche er-wartete und ertrug, Mirabeau, der als Mensch zueinem ganz andern Range der Grösse gehört, alsselbst die Ersten unter den staatsmännischen Grössenvon gestern und heute. Seltsam, dass trotz einemsolchen Freunde und Fürsprecher man hat ja dieBriefe Mirabeaus an Chamfort dieser wützigste allerMoralisten den Franzosen fremd geblieben ist, nichtanders als Stendhal, der vielleicht unter allen Fran-zosen dieses Jahrhunderts die gedankenreichsten Augenund Ohren gehabt hat. Ist es, dass Letzterer im Grundezu viel von einem Deutschen und Engländer an sichhatte, um den Parisern noch erträglich zu sein?während Chamfort, ein Mensch, reich an Tiefen undHintergründen der Seele, düster, leidend, glühend,ein Denker, der das Lachen als das Heilmittel gegendas Leben nöthig fand, und der sich beinahe verlorengab, an jedem Tage, wo er nicht gelacht hatte,viel mehr wie ein Italiäner und Blutsverwandter Dantesund Leopardis erscheint, als wie ein Franzose! Mankennt die letzten AVorte Chamforts: ,,Ah! mon ami,