den Rhythmus? Mit ihm konnte man Alles: eine Arbeitmagisch fördern; einen Gott nöthigen, zu erscheinen,nahe zu sein, zuzuhören; die Zukunft sich nach seinemWillen zurecht machen; die eigne Seele von irgendeinem Übermaasse (der Angst, der Manie, des Mitleids,der Rachsucht) entladen, und nicht nur die eigne Seele,sondern die des bösesten Dämons, — ohne den Verswar man Nichts, durch den Vers wurde man beinaheein Gott. Ein solches Grundgefühl lässt sich nicht mehrvöllig 'ausrotten, — und noch jetzt, nach Jahrtausendelanger Arbeit in der Bekämpfung solchen Aberglaubens,wird auch der Weiseste von uns gelegentlich zum Narrendes Rhythmus, sei es auch nur darin, dass er einen Ge-danken als wahrer empfindet, wenn er eine metrischeForm hat und mit einem göttlichen Hopsasa daherkommt. Ist es nicht eine sehr lustige Sache, dass immernoch die ernstesten Philosophen, so streng sie es sonstmit aller Gewissheit nehmen, sich auf Dichtersprücheberufen, um ihren Gedanken Kraft und Glaubwürdigkeitzu geben? — und doch ist es für eine Wahrheit gefähr-licher, wenn der Dichter ihr zustimmt, als wenn er ihrwiderspricht! Denn wie Homer sagt: „Viel ja lügendie Sänger!“ —
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Das Gute und das Schöne. — Die Künstler ver-herrlichen fortwährend — sie thun nichts Anderes —:und zwar alle jene Zustände und Dinge, welche in demRufe stehen, dass bei ihnen und in ihnen der Menschsich einmal gut oder gross, oder trunken, oder lustig,oder wohl und weise fühlen kann. Diese ausgelesenenDinge und Zustände, deren Werth für das menschlicheGlück als sicher und abgeschätzt gilt, sind die Objecte