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81.
Griechischer Geschmack. ■— „Was ist Schönesdaran? — sagte jener Feldmesser nach einer Aufführungder Iphigenie — es wird Nichts darin bewiesen!“ Sollten'die Griechen so fern von diesem Geschmacke gewesensein? Bei Sophokles wenigstens wird „Alles bewiesen“.
82.
Der i esprit ungriechisch. — Die Griechen sindin allem ihrem Denken unbeschreiblich logisch undschlicht; sie sind dessen, wenigstens für ihre lange guteZeit, nicht überdrüssig geworden, wie die Franzosen esso häufig werden: welche gar zu gern einen kleinenSprung in’s Gegentheil machen und den Geist der Logikeigentlich nur vertragen, wenn er durch eine Mengesolcher kleiner Sprünge in’s Gegentheil seine geselligeArtigkeit, seine gesellige Selbstverleugnung verräth.Logik erscheint ihnen als notlmvendig wie Brod undWasser, aber auch gleich diesen als eine Art Gefangenen-kost, sobald sie rein und allein genossen werden sollen.In der guten Gesellschaft muss man niemals vollständigund allein Recht haben wollen, wie es alle reine Logikwäll: daher die kleine Dosis Unvernunft in allem fran-zösischen esfirit. — Der gesellige Sinn der Griechen warbei Weitem weniger entwickelt, als der der Franzosenes ist und war: daher so wenig esfirit bei ihren geist-reichsten Männern, daher so wenig Witz selbst bei ihrenWitzbolden, daher — ach! Man wird mir schon diesemeine Sätze nicht glauben, und wie viele der Art habeich noch auf der Seele! — Est res magna tacere — sagtMartial mit allen Geschwätzigen.