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gleichsam eine allgemeine Sprache, eine unbedingt ver-ständliche Larve und Gebärde ist: der g'ute, gewählteGeschmack hat dagegen immer etwas Suchendes, Ver-suchtes, seines Verständnisses nicht völlig Gewisses, —er ist und war niemals volksthümlich! Volksthümlichist und bleibt die Ma^ske! So mag denn alles diessMaskenhafte in den Melodien und Cadenzen, in denSprüngen und Lustigkeiten des Rhythmus dieser Operndahinlaufen! Gar das antike Leben! Was verstehtman von Dem, wenn man die Lust an der Maske, dasgute Gewissen alles Maskenhaften nicht versteht! Hierist das Bad und die Erholung des antiken Geistes: —und vielleicht war diess Bad den seltnen und erhabenenNaturen der alten Welt noch nöthiger als den gemeinen.— Dagegen beleidigt mich eine gemeine Wendung innordischen Werken, zum Beispiel in deutscher Musik,unsäglich. Hier ist Scham dabei, der Künstler ist vorsich selber hinabgestiegen und konnte es nicht einmalverhüten, dabei zu erröthen: wir schämen uns mit ihmund sind so beleidigt, weil wir ahnen, dass er unsert-wegen glaubte hinabsteigen zu müssen.
78.
Wofür wir dankbar sein sollen. — Erst dieKünstler, und namentlich Die des Theaters, haben denMenschen Augen und Ohren eingesetzt, um Das miteinigem Vergnügen zu hören und zu sehen, was Jederselber ist, selber erlebt, selber will; erst sie haben unsdie Schätzung des Helden, der in jedem von allen diesenAlltagsmenschen verborgen ist, und die Kunst gelehrt,wie man sich selber als Held, aus der Ferne und gleich-sam vereinfacht und verklärt ansehen könne, — die