Selbstgenugsamen und Weisen, ja gleichsam als desseneinzige und noch heiligere Geschwisterschaft: diess drücktsehr gut die Geschichte von jenem macedonischen Königeaus, der einem weltverachtenden Philosophen Athen’sein Talent zum Geschenk machte und es von ihm zurück-erhielt. „Wie? sagte der König, hat er denn keinenFreund?“ Damit wollte er sagen: „ich ehre diesen Stolzdes Weisen und Unabhängigen, aber ich würde seineMenschlichkeit noch höher ehren, wenn der Freund inihm den Sieg über seinen Stolz davongetragen hätte.Vor mir hat sich der Philosoph herabgesetzt, indem erzeigte, dass er eines der beiden höchsten Gefühle nichtkennt, — und zwar das höhere nicht!“
62.
Liebe. — Die Liebe vergiebt dem Geliebten sogardie Begierde.
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Das Weib in der Musik. — Wie kommt es, dasswarme und regnerische Winde auch die musikalischeStimmung und die erfinderische Lust der Melodie mitsich führen? Sind es nicht die selben Winde, welche dieKirchen füllen und den Frauen verliebte Gedanken geben?
64.
Skeptiker. — Ich fürchte, dass altgewordeneFrauen im geheimsten Verstecke ihres Herzens skepti-scher sind als alle Männer: sie glauben an die Ober-flächlichkeit des Daseins als an sein Wesen, und alleTugend und Tiefe ist ihnen nur Verhüllung dieser