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grössten. — Sondern dass die Leidenschaft, die denEdeln befällt, eine Sonderheit ist, ohne dass er umdiese Sonderheit weiss: der Gebrauch eines seltenenund singulären Maassstabes und beinahe eine Verrückt-heit: das Gefühl der Hitze in Dingen, welche sich füralle Andern kalt anfühlen: ein Errathen von Werthen,für die die Wage noch nicht erfunden ist: ein Opfer-bringen auf Altären, die einem unbekannten Gotte ge-weiht sind: eine Tapferkeit ohne den Willen zur Ehre:eine Selbstgenügsamkeit, welche Überfluss hat und anMenschen und Dinge mittheilt. Bisher war es also dasSeltene und die Unwissenheit um diess Seltensein, wasedel machte. Dabei erwäge man aber, dass durchdiese Richtschnur alles Gewöhnte, Nächste und Unent-behrliche, kurz, das am meisten Arterhaltende, undüberhaupt die Regel in der bisherigen Menschheit,unbillig beurtheilt und im Ganzen verleumdet wordenist, zu Gunsten der Ausnahmen. Der Anwalt der Regelwerden — das könnte vielleicht die letzte Form undFeinheit sein, in welcher der Edelsinn auf Erden sichoffenbart.
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Die Begierde nach Leiden. ■— Denke ich andie Begierde, Etwas zu thun, wie sie die Millionenjunger Europäer fortwährend kitzelt und stachelt, welchealle die Langeweile und sich selber nicht ertragenkönnen, — so begreife ich, dass in ihnen eine Begierde,Etwas zu leiden, sein muss, um aus ihrem Leiden einenprobablen Grund zum Thun, zur That herzunehmen.Noth ist nöthig! Daher das Geschrei der Politiker, daherdie vielen falschen, erdichteten, übertriebenen „Noth-stände“ aller möglichen Classen und die blinde Bereit-