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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
Seite
81
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Menschheit sich selber als die eigentlichen Hebel ihresThuns bisher untergeschoben und eingebildet hat, etwasnoch Wesentlicheres für den Erkennenden. Das innereGlück und Elend der Menschen ist ihnen nämlich jenach ihrem Glauben an diese oder jene Motive zu Theilgeworden, nicht aber durch Das, was wirklich Motivwar! Alles diess Letztere hat ein Interesse zweitenRanges.

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Epikur. Ja, ich bin stolz darauf, den CharakterEpikurs anders zu empfinden als irgend Jemand viel-leicht, und bei Allem, was ich von ihm höre und lese,das Glück des Nachmittags des Alterthums zu geniessen: ich sehe sein Auge auf ein weites weissliches Meerblicken, über Uferfelsen hin, auf denen die Sonne liegt,während grosses und kleines Gethier in ihrem Lichtespielt, sicher und ruhig wie diess Licht und jenes Augeselber. Solch ein Glück hat nur ein fortwährend Lei-dender erfinden können, das Glück eines Auges, vordem das Meer des Daseins stille geworden ist, und dasnun an seiner Oberfläche und an dieser bunten, zarten,schaudernden Meeres-Haut sich nicht mehr satt sehenkann: es gab nie zuvor eine solche Bescheidenheit derWollust.

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Unser Erstaunen. Es liegt ein tiefes und gründ-liches Glück darin, dass die Wissenschaft Dinge ermittelt,die Stand halten und die immer wieder den Grundzu neuen Ermittelungen abgeben: es könnte ja anderssein! Ja, wir sind so sehr von all der Unsicherheit undPhantasterei unsrer Urtheile und von dem ewigen

Nietzsche, Werke Band V, 5