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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
Seite
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Ströme, und was nur trennt und fremd macht, zwischenuns geworfen, und wenn wir auch zu einander wollten,wir könnten es nicht mehr! Gedenkst du aber jetztjenes kleinen Steges, so hast du nicht Worte mehr,nur noch Schluchzen und Verwunderung.

17-

Seine Armuth motiviren. Wir können frei-lich durch kein Kunststück aus einer armen Tugend einereiche, reichfliessende machen, aber wohl können wirihre Armuth schön in die Nothwendigkeit umdeuten, so-dass ihr Anblick uns nicht mehr wehe thut, und wirihrethalben dem Fatum keine vorwurfsvollen Gesichtermachen. So thut der weise Gärtner, der das armeWässerchen seines Gartens einer Quellnymphe in denArm legt und also die Armuth motivirt: und werhätte nicht gleich ihm die Nymphen nöthig!

18.

Antiker Stolz. Die antike Färbung der Vor-nehmheit fehlt uns, weil unserm Gefühle der antikeSclave fehlt. Ein Grieche edler Abkunft fand zwischenseiner Höhe und jener letzten Niedrigkeit solche un-geheure Zwischen-Stufen und .eine solche Ferne, dasser den Sclaven kaum noch deutlich sehen konnte: selbstPlato hat ihn nicht ganz mehr gesehen. Anders wir,gewöhnt wie wir sind an die Lehre von der Gleich-heit der Menschen, wenn auch nicht an die Gleichheitselber. Ein Wesen, das nicht über sich selber verfügenkann und dem die Müsse fehlt, das gilt unsermAuge noch keineswegs als etwas Verächtliches; es istvon derlei Sclavenhaftem vielleicht zu viel an Jedem