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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
Seite
54
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Hortes werden möchte, als der rücksichtsloseste undselbstsüchtigste allerEroberer und Ausbeuter: erwägtman endlich, dass dem Liebenden selber die ganze andreWelt gleichgültig, blass, werthlos erscheint, und er jedesOpfer zu bringen, jede Ordnung zu stören, jedes Inter-esse hintennach zu setzen bereit ist: so wundert mansich in der That, dass diese wilde Habsucht und Unge-rechtigkeit der Geschlechtsliebe dermaassen verherrlichtund vergöttlicht worden ist, wie zu allen Zeiten ge-schehen, ja, dass man aus dieser Liebe den Begriff Liebeals den Gegensatz des Egoismus hergenommen hat,während sie vielleicht gerade der unbefangenste Ausdruckdes Egoismus ist. Hier haben offenbar die Nichtbe-sitzenden und Begehrenden den Sprachgebrauch gemacht,

es gab wohl ihrer immer zu viele. Solche, welchenauf diesem Bereiche viel Besitz und Sättigung gegönntwar, haben wohl hier und da ein Wort vomwüthendenDämon fallen lassen, wie jener liebenswürdigste und ge-liebteste aller Athener, Sophokles: aber Eros lachte

jederzeit über solche Lästerer, es waren immer geradeseine grössten Lieblinge. Es giebt wohl hier und daauf Erden eine Art Fortsetzung der Liebe, bei der jeneshabsüchtige Verlangen zweier Personen nach einandereiner neuen Begierde und Habsucht, einem gemein-samen höheren Durste nach einem über ihnen stehen-den Ideale gewichen ist:. aber wer kennt diese Liebe?Wer hat sie erlebt? Ihr rechter Name ist Freundschaft.

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Aus der Ferne. Dieser Berg macht die ganzeGegend, die er beherrscht, auf alle Weise reizend undbedeutungsvoll: nachdem wir diess uns zum hundertsten