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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
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licht alsgut. Unsere Nächstenliebe ist sie nichtein Drang nach neuem Eigenthum? Und ebensounsre Liebe zum Wissen, zur Wahrheit und überhauptall jener Drang nach Neuigkeiten? Wir werden desAlten, sicher Besessenen allmählich überdrüssig undstrecken die Hände wieder aus; selbst die schönste Land-schaft, in der wir drei Monate leben, ist unsrer Liebenicht mehr gewiss, und irgend eine fernere Küste reiztunsre Habsucht an: der Besitz wird durch das Besitzenzumeist geringer. Unsre Lust an uns selber will sichso aufrecht erhalten, dass sie immer wieder etwas Neuesin uns selber verwandelt, Das eben heisst Besitzen.Eines Besitzes überdrüssig werden, das ist: unser selberüberdrüssig werden. (Man kann auch am Zuviel leiden, auch die Begierde, wegzuwerfen, auszutheilen, kannsich den EhrennamenLiebe zulegen.) Wenn wir Je-manden leiden sehen, so benutzen wir gerne die jetztgebotene Gelegenheit, Besitz von ihm zu ergreifen; diess.thut zum Beispiel der Wohlthätige und Mitleidige, aucher nennt die in ihm erweckte Begierde nach neuem Be-sitzLiebe, und hat seine Lust dabei wie bei einerneuen ihm winkenden Eroberung. Am deutlichsten aberverräth sich die Liebe der Geschlechter als Drang nachEigenthum: der Liebende will den unbedingten Allein-besitz der von ihm ersehnten Person, er will eine ebensounbedingte Macht über ihre Seele 'wie ihren Leib, erwill allein geliebt sein und als das Höchste und Be-gehrenswertheste in der andern Seele wohnen und herr-schen. Erwägt man, dass diess nichts Anderes heisst,als alle Welt von einem kostbaren Gute, Glücke undGenüsse ausschHessen: erwägt man, dass der Liebendeauf die Verarmung und Entbehrung aller anderenMitbewerber ausgeht und zum Drachen seines goldenen