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gewöhnt ist, sein Leben zu würzen; es ist eine Sachedes Geschmacks, ob man lieber den langsamen oderden plötzlichen, den sicheren oder den gefährlichen undverwegenen Machtzuwachs haben will, — man suchtdiese oder jene Würze immer nach seinem Tempera-mente. Eine leichte Beute ist stolzen Naturen etwasVerächtliches, sie empfinden ein Wohlgefühl erst beimAnblick ungebrochner Menschen, welche ihnen Feindwerden könnten, und ebenso beim Anblick aller schwerzugänglichen Besitzthümer; gegen den Leidenden sindsie oft hart, denn er ist ihres Strebens und Stolzes nichtwerth, — aber um so verbindlicher zeigen sie sich gegendie Gleichen, mit denen ein Kampf und Ringen jeden-falls ehrenvoll wäre, wenn sich einmal eine Gelegenheitdazu finden sollte. Unter dem Wohlgefühle dieserPerspective haben sich die Menschen der ritterlichenKaste gegen einander an eine ausgesuchte Höflichkeitgewöhnt. — Mitleid ist das angenehmste Gefühl beiSolchen, welche wenig stolz sind und keine Aussichtauf grosse Eroberungen haben: für sie ist die leichteBeute — und das ist jeder Leidende — etwas Ent-zückendes. Man rühmt das Mitleid als die Tugend derFreudenmädchen.
14.
Was Alles Liebe genannt wird. —_Habsuchtund Liebe: wde verschieden empfinden wir bei jedemdieser Worte! — und doch könnte es der selbe Triebsein, zweimal benannt, das eine Mal verunglimpft vomStandpunkte der bereits Habenden aus, in denen derTrieb etwas zur Ruhe gekommen ist, und die nun fürihre „Habe“ fürchten; das andere Mal vom Standpunkteder Unbefriedigten, Durstigen aus, und daher verherr-