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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
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nisirt und nicht am wenigsten von dem Stolze darauf!Man denkt, hier sei der Kern des Menschen; seinBleibendes, Ewiges, Letztes, Ursprünglichstes! Man hältdie Bewusstheit für eine feste gegebene Grösse! Leugnetihr Wachsthum, ihre Intermittenzen! Nimmt sie alsEin-heit des Organismus! Diese lächerliche Überschätzungund Verkennung des Bewusstseins hat die grosse Nütz-lichkeit zur Folge, dass damit eine allzuschnelle Aus-bildung desselben verhindert worden ist. Weil dieMenschen die Bewusstheit schon zu haben glaubten,haben sie sich wenig Mühe darum gegeben, sie zu er-werben und auch jetzt noch steht es nicht anders!Es ist immer noch eine ganz neue und eben erst demmenschlichen Auge aufdämmernde, kaum noch deutlicherkennbare Aufgabe, das Wissen sich einzuver-leiben und instinctiv zu machen, eine Aufgabe, welchenur von Denen gesehen wird, die begriffen haben, dassbisher nur unsere Irrthümer uns einverleibt waren, unddass alle unsre Bewusstheit sich auf Irrthümer bezieht!

12.

Vom Ziele der Wissenschaft. Wie? Das letz teZiel der Wissenschaft sei, dem Menschen möglichst vielLust und möglichst wenig Unlust zu schaffen? Wie,wenn nun Lust und Unlust so mit einem Stricke zu-sammengeknüpft wären, dass, wer möglichst viel vonder einen haben will, auch möglichst viel von derandern haben muss, dass, wer dasHimmelhoch-Jauchzen lernen will, sich auch für daszum-Tode-betrübt bereit halten muss? Und so steht es vielleicht!Die Stoiker glaubten wenigstens, dass es so stehe, undwaren consequent, als sie nach möglichst wenig Lust be-

Nietzsche, Werke Band V.

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