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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
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schwach und embryonisch, dass es Niemand als ange-eignet wahrzunehmen wusste, stösst plötzlich, langedarauf, vielleicht nach Jahrhunderten, ans Licht: es istinzwischen stark und reif geworden. Manchen Zeitalternscheint diess oder jenes Talent, diese oder jene Tugendganz zu fehlen, wie manchen Menschen: aber man wartenur bis auf die Enkel und Enkelskinder, wenn man Zeithat zu warten, sie bringen das Innere ihrer Gross-väter an die Sonne, jenes Innere, von dem die Gross-väter selbst noch Nichts wussten. Oft ist schon derSohn der Verräther seines Vaters: dieser versteht sichselber besser, seit er seinen Sohn hat. Wir haben Alleverborgene Gärten und Pflanzungen in uns; und, miteinem andern Gleichnisse, wir sind Alle wachsende Vul-cane, die ihre Stunde der Eruption haben werden: wienahe aber oder wie ferne diese ist, das freilich weissNiemand, selbst der liebe Gott nicht.

io.

Eine Art von Atavismus. Die seltnen Men-schen einer Zeit verstehe ich am liebsten als plötzlichauftauchende Nachschösslinge vergangner Culturen undderen Kräfte: gleichsam als den Atavismus eines Volksund einer Gesittung: so ist wirklich Etwas noch anihnen zu verstehen! Jetzt erscheinen sie fremd, selten,ausserordentlich: und wer diese Kräfte in sich fühlt, hatsie gegen eine widerstrebende andre Welt zu pflegen,zu vertheidigen, zu ehren, gross zu ziehn: und so wirder damit entweder ein grosser Mensch oder ein ver-rückter und absonderlicher, sofern er überhaupt nicht beiZeiten zu Grunde g-eht. Ehedem waren diese seltnenEigenschaften gewöhnlich und galten folglich als gemein: