dieser Gegner überall dort, wo das Interesse die Unter-werfung lehrt, während Ruf und Ehre die Unterwerfungzu verbieten scheinen. Wer sich entwürdigt fühlt beidem Gedanken, das Werkzeug eines Fürsten odereiner Partei und Secte oder gar einer Geldmacht zu sein,zum Beispiel als Abkömmling einer alten, stolzen Familie,aber eben diess Werkzeug sein will oder sein muss, vorsich und vor der Öffentlichkeit, der hat pathetischePrincipien nöthig, die man jederzeit in den Mund nehmenkann: — Principien eines unbedingten Sollens, welchenman sich ohne Beschämung unterwerfen und unterworfenzeigen darf. Alle feinere Servilität hält am kategorischenImperativ fest und ist der Todfeind Derer, welche derPflicht den unbedingten Charakter nehmen wollen: sofordert es von ihnen der Anstand, und nicht nur derAnstand.
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Verlust an Würde. — Das Nachdenken ist umall seine Würde der Form gekommen, man hat dasCeremoniell und die feierliche Gebärde des Nachdenkendenzum Gespött gemacht und würde einen weisen Mannalten Stils nicht mehr aushalten. Wir denken zu rasch,und unterwegs, und mitten im Gehen, mitten in Ge-schäften aller Art, selbst wenn wir an das Ernsthaftestedenken; wir brauchen wenig Vorbereitung, selbst wenig -Stille: — es ist, als ob wir eine unaufhaltsam rollendeMaschine im Kopfe herumtrügen, welche selbst unterden ungünstigsten Umständen noch arbeitet. Ehemalssah man es Jedem an, dass er einmal denken wollte —es war wohl die Ausnahme! —, dass er jetzt weiserwerden wollte und sich auf einen Gedanken gefasstmachte: man zog ein Gesicht dazu wie zu einem Gebet,