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jetzt eine gründliche Irrlehre der Moral, welche nament-lich in England sehr gefeiert wird: nach ihr sind dieUrtheile „Gut“ und „Böse“ die Aufsammlung der Er-fahrungen über „Zweckmässig“ und „Unzweckmässig“;nach ihr ist das Gut-Genannte das Arterhaltende, dasBös-Genannte aber das der Art Schädliche. In Wahrheitsind aber die bösen Triebe in eben so hohem Gradezweckmässig, arterhaltend und unentbehrlich wie dieguten: — nur ist ihre Function eine verschiedene.
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Unbedingte Pflichten. —Alle Menschen, welchefühlen, dass sie die stärksten Worte und Klänge, dieberedtesten Gebärden und Stellungen nöthig haben, umüberhaupt zu wirken, Revolutions-Politiker, Socialisten,Bussprediger mit und ohne Christenthum, bei denen Allenes keine halben Erfolge geben darf: alle Diese reden von„Pflichten“, und zwar immer von Pflichten mit demCharakter des Unbedingten — ohne solche hätten siekein Recht zu ihrem grossen Pathos: das wissen sierecht wohl! So greifen sie nach Philosophieen der Moral,welche irgend einen kategorischen Imperativ predigen,oder sie nehmen ein gutes Stück Religion in 'sich hinein,wie diess zum Beispiel Mazzini gethan hat. Weil siewollen, dass ihnen unbedingt vertraut werde, haben siezuerst nöthig, dass sie sich selber unbedingt vertrauen,auf Grund irgend eines letzten indiscutabeln und an sicherhabenen Gebotes, als dessen Diener und Werkzeugesie sich fühlen und ausgeben möchten. Hier haben wirdie natürlichsten und meistens sehr einflussreichen Gegnerder moralischen Aufklärung und Skepsis: aber sie sindselten. Dagegen giebt es eine sehr umfängliche Classe