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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
Seite
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Dieser besitzt einige Lust- und Unlust-Gefühle in solcherStärke, dass der Intellect dagegen schweigen oder sichzu ihrem Dienste hergeben muss: es tritt dann bei ihmdas Herz in den Kopf und man spricht nunmehr vonLeidenschaft. (Hier und da kommt auch wohl derGegensatz dazu und gleichsam dieUmkehrung derLeidenschaft vor, zum Beispiel bei Fontenelle, demJemand einmal die Hand auf das Herz legte, mit denWorten:Was Sie da haben, mein Theuerster, ist auchGehirn.) Die Unvernunft oder Quervernunft der Leiden-schaft ist es, die der Gemeine am Edlen verachtet, zu-mal wenn diese sich auf Objecte richtet, deren Werthihm ganz phantastisch und willkürlich zu sein scheint.Er ärgert sich über Den, welcher der Leidenschaft desBauches unterliegt, aber er begreift doch den Reiz,welcher hier den Tyrannen macht; aber er begreift esnicht, wie man zum Beispiel einer Leidenschaft der Er-kenntnis zu Liebe seine Gesundheit und Ehre a.ufsSpiel setzen könne. Der Geschmack der höheren Naturrichtet sich auf Ausnahmen, auf Dinge, die gewöhnlichkalt lassen und keine Süssigkeit zu haben scheinen; diehöhere Natur hat ein singuläres Werthmaass. Dazu istsie meistens des Glaubens, nicht ein singuläres Werth-maass in ihrer Idiosynkrasie des Geschmacks zu haben,sie setzt vielmehr ihre Werthe und Unwerthe als dieüberhaupt gültigen Werthe und Unwerthe an, und ge-räth damit ins Unverständliche und Unpraktische. Esist sehr selten, dass eine höhere Natur soviel Vernunftübrig behält, um Alltags-Menschen als solche zu ver-stehen und zu behandeln: zu allermeist glaubt sie anihre Leidenschaft als an die verborgen gehaltene Leiden-schaft Aller und ist gerade in diesem Glauben vollerGluth und Beredtsamkeit. Wenn nun solche Ausnahme-