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menschliche Natur verändert worden, — sie hat jetztein Bedürfniss mehr, eben das Bedürfniss nach demimmer neuen Erscheinen solcher Lehrer und Lehren vom„Zweck“. Der Mensch ist allmählich zu einem phanta-stischen Thiere geworden, welches eine Existenz-Bedin-gung mehr, als jedes andere Thier, zu erfüllen hat: derMensch muss von Zeit zu Zeit glauben, zu wissen,warum er existirt, seine Gattung kann nicht gedeihenohne ein periodisches Zutrauen zu dem Leben! OhneGlauben an die Vernunft im Leben! Und immerwieder wird von Zeit zu Zeit das menschliche Geschlechtdecretiren: „es giebt Etwas, über das absolut nicht mehrgelacht werden darf!“ Und der vorsichtigste Menschen-freund wird hinzufügen: „nicht nur das Lachen und diefröhliche Weisheit, sondern auch das Tragische mit allseiner erhabenen Unvernunft gehört unter die Mittelund NothWendigkeiten der Arterhaltung!“ — Und folg-lich! Folglich! Folglich! Oh versteht ihr mich, meineBrüder? Versteht ihr dieses neue Gesetz der Ebbe undFluth? Auch wir haben unsere Zeit!
2.
Das intellectuale Gewissen. — Ich mache im-mer Avieder die gleiche Erfahrung und sträube michebenso immer von Neuem gegen sie, ich will es nichtglauben, ob ich es gleich mit Händen greife: den
Allermeisten fehlt das intellectuale Gewissen;ja es wollte mir oft scheinen, als ob man mit der For-derung eines solchen in den volkreichsten Städten ein-sam wie in der Wüste sei. Es sieht dich Jeder mitfremden Augen an und handhabt seine Wage weiter,diess gut, jenes böse nennend; es macht Niemandem