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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
Seite
36
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lind letztes Gebot einleuchte, dazu tritt der ethischeLehrer auf, als der Lehrer vom Zweck des Daseins;dazu erfindet er ein zweites und anderes Dasein undhebt mittelst seiner neuen Mechanik dieses alte gemeineDasein aus seinen alten gemeinen Angeln. Ja! er willdurchaus nicht, dass wir über das Dasein lachen, nochauch über uns, noch auch über ihn; für ihn ist Einerimmer Einer, etwas Erstes und Letztes und Unge-heures, für ihn giebt es keine Art, keine Summen, keineNullen. Wie thöricht und schwärmerisch auch seineErfindungen und Schätzungen sein mögen, wie sehr erden Gang der Natur verkennt und ihre Bedingungenverleugnet: und alle Ethiken waren zeither bis zudem Grade thöricht und widernatürlich, dass an jedervon ihnen die Menschheit zu Grunde gegangen seinwürde, falls sie sich der Menschheit bemächtigt hätte immerhin! jedesmal wennder Held auf die Bühnetrat, wurde etwas Neues erreicht, das schauerlicheGegenstück des Lachens, jene tiefe Erschütterung vielerEinzelner bei dem Gedanken:ja, es ist werth zu leben!ja, ich bin werth zu leben! das Leben und ich unddu und wir Alle miteinander wurden uns wieder einmalfür einige Zeit interessant. Es ist nicht zu leug-nen, dass auf die Dauer über jeden Einzelnen diesergrossen Zwecklehrer bisher das Lachen und die Ver-nunft und die Natur Herr geworden ist: die kurze Tra-gödie gieng schliesslich immer in die ewige Kornödiedes Daseins über und zurück, und dieWellen unzäh-ligen Gelächters mit Äschylus zu reden müssenzuletzt auch über den grössten dieser Tragöden nochhinwegschlagen. Aber bei alle diesem corrigirendenLachen ist im Ganzen doch durch diess immer neueErscheinen jener Lehrer vom Zweck des Daseins die