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4 : Abth. 1, Bd. 4 (1895) Morgenröthe
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findenden und erfindenden Verstandes (nicht etwa inderIntuition, wie die deutschen Halb- und Ganz-theologen, nicht in der Vision, wie die Mystiker, undebenfalls nicht im Schaffen, wie alle Praktiker). Ähn-lich urtheilten Descartes und Spinoza: wie müssen sieAlle die Erkenntniss genossen haben! Und welcheGefahr für ihre Redlichkeit, dadurch zu Lobrednern derDinge zu werden!

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Von zukünftigen Tugenden. Wie kommtes, dass, je begreiflicher die Welt geworden ist, um somehr die Feierlichkeit jeder Art abgenommen hat? Istes, dass die Furcht so sehr das Grundelement jener Ehr-furcht war, welche uns bei allem Unbekannten, Geheim-nissvollen überfiel und uns vor dem. Unbegreiflichenniedersinken und um Gnade bitten lehrte? Und solltedie Welt dadurch, dass wir weniger furchtsam gewordensind, nicht auch an Reiz für uns verloren haben? Solltemit unserer Furchtsamkeit nicht auch unsre eigene Würdeund Feierlichkeit, unsre eigene Furchtbarkeit geringergeworden sein? Vielleicht, dass wir die Welt und unsselber geringer achten, seit wir muthiger über sie unduns denken? Vielleicht, dass es eine Zukunft giebt, wodieser Muth des Denkens so angewachsen sein wird,dass er als der äusserste Hochmuth sich über denMenschen und Dingen fühlt, wo der Weise als deram meisten Muthige sich selber und das Dasein ammeisten unter sich sieht? Diese Gattung des Muthes,welche nicht ferne einer ausschweifenden Grossmuth ist,fehlte bisher der Menschheit. Oh, wollten doch dieDichter wieder werden, was sie einstmals gewesen seinsollen: Seher, die uns Etwas von dem Möglichen