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4 : Abth. 1, Bd. 4 (1895) Morgenröthe
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Erkenntniss und Schönheit. Wenn die Men-schen, so wie sie immer noch thun, ihre Verehrung undihr Glücksgefühl für die Werke der Einbildung und derVerstellung gleichsam aufsparen, so darf es nicht Wundernehmen, wenn sie sich beim Gegensatz der Einbildungund Verstellung kalt und unlustig finden. Das Ent-zücken, welches schon beim kleinsten sicheren endgül-tigen Schritt und Fortschritt der Einsicht entsteht undwelches aus der jetzigen Art der Wissenschaft so reich-lich und schon für so Viele herausströmt, dieses Ent-zücken wird einstweilen von allen Denen nicht geglaubt,welche sich daran gewöhnt haben, immer nur beim Ver-lassen der Wirklichkeit, beim Sprung in die Tiefen desScheins entzückt zu werden. Diese meinen, die Wirk-lichkeit sei hässlich: aber daran denken sie nicht, dassdie Erkenntniss auch der hässlichsten Wirklichkeit schönist, ebenso dass wer oft und viel erkennt, zuletzt sehrferne davon ist, das grosse Ganze der Wirklichkeit,deren Entdeckung ihm immer Glück gab, hässlich zufinden. Giebt es denn etwasan sich Schönes? DasGlück der Erkennenden mehrt die Schönheit der Weltund macht Alles, was da ist, sonniger; die Erkenntnisslegt ihre Schönheit nicht nur um die Dinge, sondern,auf die Dauer, in die Dinge; möge die zukünftigeMenschheit für diesen Satz ihr Zeugniss abgeben! In-zwischen gedenken wir einer alten Erfahrung: zwei sogrundverschiedene Menschen, wie Plato und Aristoteles,kamen in dem überein, was das höchste Glück aus-mache, nicht nur für sie oder für Menschen, sondern ansich, selbst für Götter der letzten Seligkeiten: sie fandenes im Erkennen, in der Thätigkeit eines wohlgeübten