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4 : Abth. 1, Bd. 4 (1895) Morgenröthe
Entstehung
Seite
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dem Nachdenken, Grübeln, Träumen, Sorgen, Lieben,Hassen, sie stellt ein kleines Ziel immer vors Auge undgewährt leichte und regelmässige Befriedigungen. So wirdeine Gesellschaft, in der fortwährend hart gearbeitet wird,mehr Sicherheit haben: und die Sicherheit betet manjetzt als die oberste Gottheit an. Und nun! Entsetzen!Gerade derArbeiter ist gefährlich geworden! Eswimmelt vongefährlichen Individuen! Und hinterihnen die Gefahr der Gefahren das Individuum!

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Moralische Mode einer handeltreibendenGesellschaft. Hinter dem Grundsätze der jetzigenmoralischen Mode:moralische Handlungen sind dieHandlungen der Sympathie für Andere sehe ich einensocialen Trieb der .Furchtsamkeit walten, welcher sich indieser Weise intellectuell vermummt: dieser Trieb will,als Oberstes, Wichtigstes, Nächstes, dass dem Leben alleGefährlichkeit genommen werde, welche es früherhatte und dass daran Jeder und mit allen Kräften helfensolle: desshalb dürfen nur Handlungen, welche auf diegemeinsame Sicherheit und das Sicherheitsgefühl der Ge-sellschaft abzielen, das Prädicatgut bekommen!Wie wenig Freude müssen doch jetzt die Menschen ansich haben, wenn eine solche Tyrannei der Furchtsamkeitihnen das oberste Sittengesetz vorschreibt, wenn sie essich so widerspruchslos anbefehlen lassen, über sich,neben sich wegzusehen, aber für jeden Nothstand, fürjedes Leiden anderwärts Luchs-Augen zu haben! Sindwir denn bei einer solchen ungeheuren Absichtlichkeit,dem Leben alle Schärfen und Kanten abzureiben, nichtauf dem besten Wege, die Menschheit zu Sand zu