— 164 —
es fürderhin zu sein! Zwar: ohne Grundsätze, aber mitGrundtrieben, ein beweglicher Geist im Dienste starkerGrundtriebe, und eben desshalb ohne Grundsätze, —das sollte an einem Staatsmanne nichts Auffälliges haben,vielmehr als das Rechte und Naturgemässe gelten; aberleider war es bisher s o durchaus nicht deutsch! ebensowenig als Lärm um Musik, und Missklang und Miss-muth um den Musiker, ebenso wenig- als die neue undausserordentliche Stellung, welche Schopenhauer wählte:nämlich weder über den Dingen, noch auf den Knieenvor den Dingen — beides hätte noch deutsch heissenkönnen —, sondern gegen die Dinge! Unglaublich!Und unangenehm! Sich in Eine Reihe mit den Dingenstellen und doch als ihr Gegner, zu guterletzt gar alsder Gegner seiner selber! •— was kann der unbedingteVerehrer mit einem solchen Vorbilde anfangen! Undwas überhaupt mit drei solchen Vorbildern, die untereinander selber nicht Frieden halten wollen! Da istSchopenhauer ein Gegner der Musik Wagner’s, undWagner ein Gegner der Politik Bismarck’s, und Bismarckein Gegner aller Wagnerei und Schopenhauerei! Wasbleibt da zu thun! Wohin sich mit seinem Durste nachder „Huldigung in Bausch und Bogen“ flüchten! Könnteman sich vielleicht aus der Musik des Musikers einigehundert Tacte guter Musik auslesen, die sich Einem an’sHerz legen und denen man sich gern an’s Herz legt,weil sie ein Herz haben, — könnte man mit diesemkleinen Raub bei Seite gehen und den ganzen Rest —vergessen? Und ein eben solches Abkommen in Hinsichtdes Philosophen und des Staatsmannes ausfindig machen,— auslesen, sich an’s Herz legen und namentlich denRest vergessen? Ja, wenn nur das Vergessen nichtso schwer wäre! Da gab es einen sehr stolzen Menschen,