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4 : Abth. 1, Bd. 4 (1895) Morgenröthe
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stehen kommt. Die Abweichenden, welche so häufig dieErfinderischen und Fruchtbaren sind, sollen nicht mehrgeopfert werden; es soll nicht einmal mehr für schändlichgelten, von der Moral abzuweichen, in Thaten undGedanken; es sollen zahlreiche neue Versuche des Lebensund der Gemeinschaft gemacht werden; es soll eine un-geheure Last von schlechtem Gewissen aus der Weltgeschafft werden, diese allgemeinsten Ziele sollten vonallen Redlichen und Wahrheitsuchenden anerkannt undgefördert .werden!

165.

Welche Moral nicht langweilt. Die sittlichenHauptgebote, die ein Volk sich immer wieder lehrenund vorpredigen lässt, stehen in Beziehung zu seinenHauptfehlern, und desshalb werden sie ihm nicht lang-weilig. Die Griechen, denen die Mässigung, der kalteMuth, der gerechte Sinn und überhaupt die Verständig-keit allzuoft abhanden kamen, hatten ein Ohr für dievier sokratischen Tugenden, denn man hatte sie sonöthig und doch gerade für sie so wenig Talent!

166.

Am Scheidewege. Pfui! ihr wollt in ein Systemhinein, wo man entweder Rad sein muss, voll und ganz,oder unter die Räder geräth! wo es sich von selberversteht, dass Jeder Das ist, wozu er von Oben hergemacht wird! Wo das Suchen nachConnexion zuden natürlichen Pflichten gehört! wo Keiner sich be-leidigt fühlt, wenn er auf einen Mann mit dem Winkeaufmerksam gemacht wirder kann Ihnen einmal nützen;wo man sich nicht schämt, Besuche zu machen, um die