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um diess einzusehen: der Zustand des Gefühls, in denuns die Musik bringt, ist fast jedesmal im Widerspruchmit dem Augenschein unserer wirklichen Lage und derVernunft, welche diese wirkliche Lage und ihre Ursachenerkennt. — Fragen wir, wodurch die Nachbildung derGefühle Anderer uns so geläufig geworden ist, so bleibtkein Zweifel über die Antwort: der Mensch, als dasfurchtsamste aller Geschöpfe, vermöge seiner feinen undzerbrechlichen Natur, hat in seiner Furchtsamkeit dieLehrmeisterin jener Mitempfindung, jenes schnellen Ver-ständnisses für das Gefühl des Andern (auch des Thieres)gehabt. In langen Jahrtausenden sah er in allem Fremdenund Belebten eine Gefahr: er bildete sofort bei einemsolchen Anblick den Ausdruck der Züge und der Haltungnach und machte seinen Schluss über die Art der bösenAbsicht hinter diesen Zügen und dieser Haltung. DiesesAusdeuten aller Bewegungen und Linien auf Absichtenhat der Mensch sogar auf die Natur der unbeseeltenDinge angewendet — im Wahne, dass es nichts Unbe-seeltes gebe: ich glaube, Alles, was wir Naturgefühlnennen, beim Anblick von Himmel, Flur, Fels-, Wald,Gewitter, Sternen, Meer, Landschaft, Frühling, hat hierseine Herkunft, — ohne die uralte Übung der Furcht,diess Alles auf einen zweiten dahinterliegenden Sinn hinzu sehen, hätten wir jetzt keine Freude an der Natur,wie wir keine Freude an Mensch und Thier haben würden,ohne jene Lehrmeisterin des AArstehens, die Furcht. DieFreude und das angenehme Erstaunen, endlich das Ge-fühl des Lächerlichen, sind nämlich die später geborenenKinder der Mitempfindung und die viel jüngeren Ge-schwister der Furcht. — Die Fähigkeit des raschen Ver-stehens — welche somit auf der Fähigkeit beruht, sichrasch zu verstellen — nimmt bei stolzen selbstherr-