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4 : Abth. 1, Bd. 4 (1895) Morgenröthe
Entstehung
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Stolze ab; es erhebt sich das Gefühl der Hingebungund sucht sich sein Object. Ob wir getadelt odergelobt werden, wir sind gewöhnlich dabei die Gelegen-heiten, und allzuoft die willkürlich am Schopf gefasstenund herbeigeschleppten Gelegenheiten für unsere Nächsten,den in ihnen angeschwollenen Trieb des Tadelns oderLöbens ausströmen zu lassen: wir erzeigen ihnen in

beiden Fällen eine Wohlthat, an der wir kein Verdienstund für die sie keinen Dank haben.

141.

Schöner, aber weniger werth. MalerischeMoralität: das ist die Moralität der steil aufschiessendenAffecte, der schroffen Übergänge, der pathetischen, ein-dringlichen, furchtbaren, feierlichen Gebärden und Töne.Es ist die halbwilde Stufe der Moralität: man lasse sichdurch ihren ästhetischen Reiz nicht verlocken, ihr einenhöheren Rang anzuweisen.

142.

Mitempfindung. Um den Anderen zu verstehen,das heisst um sein Gefühl in uns nachzubilden,gehen wir zwar häufig auf den Grund seines so undso bestimmten Gefühls zurück und fragen zum Beispiel:warum ist er betrübt? um dann aus dem selbenGrunde selber betrübt zu werden; aber viel gewöhnlicherist es, diess zu unterlassen und das Gefühl nach denWirkungen, die es am Anderen übt und zeigt, in unszu erzeugen, indem wir den Ausdruck seiner Augen,seiner Stimme, seines Ganges, seiner Haltung (oder garderen Abbild' in Wort, Gemälde, Musik) an unserem