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Angeblich höher! — Ihr sagt, die Moral desMitleidens sei eine höhere Moral als die des Stoicismus?Beweist es! aber bemerkt, dass über „höher“ und „nie-driger“ in der Moral nicht wiederum nach moralischenEllen abzumessen ist: denn es giebt keine absolute Moral.Nehmt also die Maassstäbe anders woher und —• nunseht euch vor!
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Loben und Tadeln. — Läuft ein Krieg unglück-lich aus, so frägt man nach Dem, der „Schuld“ amKriege sei; geht er siegreich zu Ende, so preist manseinen Urheber. Die Schuld wird überall gesucht, wo einMisserfolg ist; denn dieser bringt eine Verstimmung mitsich, gegen welche das einzige Heilmittel unwillkürlichangewendet wird: eine neue Erregung des MaMitge-fühls — und diese findet sich in der Verurtheilungdes „Schuldigen“. Dieser Schuldige ist nicht etwa derSündenbock der Schuld Anderer: er ist das Opfer derSchwachen, Gedemüthigten, Herabgestimmten, welche ir-gend woran sich beweisen wollen, dass sie noch Stärkehaben. Auch sich selber verurtheilen kann ein Mittelsein, nach einer Niederlage sich zum Gefühl der Stärkezu verhelfen. — Dagegen ist die Verherrlichung des Ur-hebers oftmals das ebenso blinde Ergebniss eines an-deren Triebes, der sein Opfer -haben will, — und diess-mal riecht das Opfer dem Opferthiere selber süss undeinladend —: wenn nämlich das Gefühl der Macht ineinem Volke, in einer Gesellschaft durch einen grossenund bezaubernden Erfolg überfüllt ist, und eine Ermü-dung am Siege eintritt, so giebt man von seinem