scheucht die Furcht und die Erstarrung, regt zu Worten,Klagen und Handlungen an, — es ist verhältniss-mässig ein Glück, gemessen am Elende der Erkennt-niss, welche das Individuum von allen Seiten in die Engeund Dunkelheit treibt und ihm den Athem nimmt.Glück aber, welches es auch sei, giebt Luft, Licht undfreie Bewegung.
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Warum das „Ich“ verdoppeln! — Unsere ei-genen Erlebnisse mit dem Auge ansehen, mit dem wirsie anzusehen pflegen, wenn es die Erlebnisse Anderersind, — diess beruhigt sehr und ist eine rathsame Me-dian. Dagegen die Erlebnisse Anderer so ansehen undaufnehmen, wie als ob sie die unseren wären —die Forderung einer Philosophie des Mitleidens —, diesswürde uns zu Grunde richten, und in sehr kurzer Zeit:man mache doch nur den Versuch damit und phantasirenicht länger! Gewiss ist ausserdem jene erste Maximeder Vernunft und dem guten Willen zur Vernünftigkeitgemässer, denn wir urtheilen über den AVerth undSinn eines Ereignisses objectiver, wenn es an Anderenhervortritt und nicht an uns: zum Beispiel über den\A r erth eines Sterbefalls, eines Geldverlustes, einer Ver-leumdung. Mitleiden als Princip des Handelns, mit derForderung: leide so an dem Übel des Andern, wie erselber leidet, brächte dagegen mit sich, dass der Ich-Gesichts-punkt, mit seiner Übertreibung und Ausschweifung, auchnoch der Gesichtspunkt des Anderen, des Mitleidenden,werden müsste: sodass wir an unserem Ich und am Ichdes Anderen zugleich zu leiden hätten und uns derart frei-willig mit einer doppelten Unvernunft beschwerten, anstattdie Last der eigenen so gering wie möglich zu machen.