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4 : Abth. 1, Bd. 4 (1895) Morgenröthe
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punkt, ist eine Schwäche, wie jedes Sich-verlieren aneinen schädigenden Affect. Es vermehrt das Leidenin der Welt: mag mittelbar auch hie und da in Folgedes Mitleidens ein Leiden verringert oder gehoben werden,so darf man diese gelegentlichen und im Ganzen unbe-deutenden Folgen nicht benutzen, um sein Wesen zurechtfertigen, welches, wie gesagt, schädigend ist. Ge-setzt, es herrschte auch nur Einen Tag: so gienge dieMenschheit an ihm sofort zu Grunde. An sich hat es sowenig einen guten Charakter, wie irgend ein Trieb: erstdort, wo es gefordert und gelobt wird und diessgeschieht dort, wo man das Schädigende in ihm nichtbegreift, aber eine Quelle der Lust darin entdeckt,hängt sich ihm das gute Gewissen an, erst dann giebtman sich ihm gern hin und scheut nicht seine Kund-gebung. Unter anderen Verhältnissen, wo begriffen wird,dass es schädigend ist, gilt es als Schwäche: oder, wiebei den Griechen, als ein krankhafter periodischer Affect,dem man durch zeitweilige willkürliche Entladungen seineGefährlichkeit nehmen könne. Wer einmal, versuchs-weise, den Anlässen zum Mitleiden im praktischen Lebeneine Zeitlang absichtlich nachgeht und sich alles Elend,dessen er in seiner Umgebung habhaft werden kann,immer vor die Seele stellt, wird unvermeidlich krank undmelancholisch. Wer aber gar als Arzt in irgend einemSinne der Menschheit dienen will, wird gegen jeneEmpfindung sehr vorsichtig werden müssen, sie lähmtihn in allen entscheidenden Augenblicken und unterbindetsein Wissen und seine hülfreiche feine Lland.

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Das Bemitleidetwerden. Unter Wilden denktman mit moralischem Schauder ans Bemitleidetwerden: