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4 : Abth. 1, Bd. 4 (1895) Morgenröthe
Entstehung
Seite
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so schlecht beschriebene Mitleiden sei die Quelle allerund jeder ehemaligen und zukünftigen moralischen Hand-lung und gerade um der Fähigkeiten willen, die erihm erst angedichtet hat. Was unterscheidet schliess-lich die Menschen ohne Mitleid von den mitleidigen?Vor Allem um auch hier nur im Groben zu zeichnenhaben sie nicht die reizbare Phantasie der Furcht, dasfeine Vermögen der Witterung für Gefahr; auch ist ihreEitelkeit nicht so schnell beleidigt, wenn Etwas geschieht,das sie verhindern könnten (ihre Vorsicht des Stolzes ge-bietet ihnen, sich nicht unnütz in fremde Dinge zumischen, ja sie lieben es von sich selbst aus, dass Jedersich selber helfe und seine eigenen Karten spiele). Zudemsind sie an das Ertragen von Schmerzen meistens ge-wöhnter als die Mitleidigen; auch will es ihnen nicht sounbillig dünken, dass Andere leiden, da sie selber gelittenhaben. Zuletzt ist ihnen der Zustand der Weichherzig-keit peinlich, wie ddn Mitleidigen der Zustand des stoi-schen Gleichmuthes; sie belegen ihn mit herabsetzendenWorten und meinen, dass ihre Männlichkeit und kalteTapferkeit dabei in Gefahr sei, sie verheimlichen dieThräne vor Anderen und wischen sie ab, unwillig übersich selber. Es ist eine andere Art von Egoisten alsdie Mitleidigen; sie aber im ausgezeichneten Sinneböse, und die Mitleidigen gut zu nennen, ist Nichts alseine moralische Mode, welche ihre Zeit hat: wie auchdie umgekehrte Mode ihre Zeit gehabt hat, und einelange Zeit!

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In wie fern man sich vor dem Mitleiden zuhüten hat. Das Mitleiden, sofern es wirklich Leidenschafft und diess sei hier unser einziger Gesichts-