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4 : Abth. 1, Bd. 4 (1895) Morgenröthe
Entstehung
Seite
104
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Methode übergehen. Drittens kann man sich absichtlicheiner wilden und unbändigen Befriedigung eines Triebesüberlassen, um den Ekel davon einzuernten und mit demEkel eine Macht über den Trieb zu erlangen: vorausge-setzt, dass man es nicht dem Reiter gleich thut, der seinPferd zu Tode hetzt und selber dabei den Hals bricht, was leider die Regel bei diesem Versuche ist. Viertensgiebt es einen intellectuellen Kunstgriff, nämlich mit derBefriedigung überhaupt irgend einen sehr peinlichen Ge-danken so fest zu verbinden, dass, nach einiger Übung,der Gedanke der Befriedigung immer sogleich selber alssehr peinlich empfunden wird (zum Beispiel wenn derChrist sich gewöhnt, an die Nähe und den Hohn desTeufels beim Geschlechtsgenusse, oder an ewige Höllen-strafen für einen Mord aus Rache, oder auch nur andie Verächtlichkeit zu denken, welche zum Beispiel einemGeld-Diebstahl im Auge der von ihm verehrtesten Men-schen folgt, oder wenn Mancher schon zu hundert Maleneinem heftigen Verlangen nach dem Selbstmord dieA r orstellung des Jammers und der Selbstvorwürfe vonA'Trwandten und Freunden entgegengestellt und damitsich auf der Schwebe des Lebens erhalten hat: jetztfolgen diese A r orstellungen in ihm auf einander wieUrsache und AAhrkung). Hierhin gehört es auch, wennder Stolz des Menschen, wie zum Beispiel bei LordByron und Napoleon, sich aufbäumt und das Über-gewicht eines einzelnen Affectes über die gesammteHaltung und die Ordnung der Vernunft als Beleidigungempfindet: woraus dann die Gewohnheit und die Lustentsteht, den Trieb zu tyrannisiren und ihn gleichsamknirschen zu machen. (Ich will nicht der Sclave irgendeines Appetites sein schrieb Byron in sein Tage-buch.) Fünftens: man nimmt eine Dislocation seiner