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4 : Abth. 1, Bd. 4 (1895) Morgenröthe
Entstehung
Seite
103
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sondern eben eigenthümliches Glück zu erlangen. Ent-wickelung will nicht Glück, sondern Entwickelung undweiter Nichts. Nur wenn die Menschheit ein allgemeinanerkanntes Ziel hätte, könnte man vorschlagensound so soll gehandelt werden: einstweilen giebt eskein solches Ziel. Also soll man die Forderungen derMoral nicht in Beziehung zur Menschheit setzen, es istdiess Unvernunft und Spielerei. Der Menschheit einZiel anempfehlen ist etwas ganz Anderes: dann istdas Ziel als Etwas gedacht, das in unserem Beliebenist; gesetzt, es beliebte der Menschheit so wie vorge-schlagen wird, so könnte sie sich daraufhin auch einMoralgesetz geben, ebenfalls aus ihrem Belieben heraus.Aber bisher sollte das Moralgesetz über dem Beliebenstehen: man wollte diess Gesetz sich nicht eigentlichgeben, sondern es irgendwoher nehmen oder irgend-wo es auffinden oder irgendwoher es sich befehlenlassen.

109.

Selbst-Beherrschung und Mässigung und ihrletztes Motiv. Ich finde nicht mehr als sechswesentlich verschiedene Methoden, um die Heftigkeiteines Triebes zu bekämpfen. Einmal kann man den An-lässen zur Befriedigung des Triebes ausweichen unddurch lange und immer längere Zeitstrecken der Nicht-befriedigung ihn schwächen und abdorren machen. So-dann kann man eine strenge regelmässige Ordnung inseiner Befriedigung sich zum Gesetz machen; indem manin ihn selber auf diese Weise eine Regel bringt undseine Fluth und Ebbe in feste Zeitgränzen einschliesst,hat man Zwischenzeiten gewonnen, wo er nicht mehrstört, und von da aus kann man vielleicht zur ersten