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4 : Abth. 1, Bd. 4 (1895) Morgenröthe
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für den ganzen Gang der Menschheit oft geleugnet hat:was trägt mehr die Schuld daran, als diese feierliche.Anwesenheit, ja Allgegenwart moralischer Befehle, wel-che der individuellen Frage nach dem Wozu? und demWie? gar nicht gestattet, laut zu werden? Sind wir nichtdaraufhin erzogen, gerade dann pathetisch zu fühlenund uns ins Dunkle zu flüchten, wenn der Verstand soklar und kalt wie möglich blicken sollte! Nämlich beiallen höheren und wichtigeren Angelegenheiten.

108.

Einige Thesen. Dem Individuum, sofern essein Glück will, soll man keine Vorschriften über denWeg zum Glück geben: denn das individuelle Glückquillt aus eigenen, Jedermann unbekannten Gesetzen,es kann mit Vorschriften von Aussen her nur verhindert,gehemmt werden. Die Vorscliriften, welche manmoralisch nennt, sind in Wahrheit gegen die Indivi-duen gerichtet und wollen durchaus nicht deren Glück.Ebenso wenig beziehn sich diese Vorschriften auf dasGlück und die Wohlfahrt der Menschheit, mitwelchen Worten strenge Begriffe zu verbinden über-haupt nicht möglich ist, geschweige dass man sie alsLeitsterne auf dem dunklen Ozean moralischer Bestre-bungen gebrauchen könnte. Es ist nicht wahr, dassdie Moralität, wie das Vorurtheil will, der Entwickelungder Vernunft günstiger sei als die Unmoralität. Es istnicht wahr, dass das unbewusste Ziel in der Ent-wickelung jedes bewussten Wesens (Thier, Mensch,Menschheit u. s. w.) seinhöchstes Glück sei: vielmehrgiebt es auf allen Stufen der Entwickelung ein beson-deres und unvergleichbares, weder höheres noch niederes,