(nebst allen Trieben, Bosheiten, Neigungen) zum Gemein-gut und folglich gemein gemacht hatte, so schämte mansich nicht, von Thieren oder Bäumen abzustammen (dievornehjnen Geschlechter glaubten sich durch solcheFabeln geehrt) und sah in dem Geiste Das, was uns mitder Natur verbindet, nicht was uns von ihr abscheidet.So erzog man sich in der Bescheidenheit, — undebenfalls in Folge eines A^orurtheils.
32 .
Der Hemmschuh. — Moralisch zu leiden unddann zu hören, dieser Art Leiden liege ein Irrthum zuGrunde, diess empört. Es giebt ja einen so einzigen Trost,durch sein Leiden eine „tiefere Welt der Wahrheit“ zubejahen, als alle sonstige Welt ist, und man will viellieber leiden und sich dabei über die Wirklichkeit er-haben fühlen (durch das Bewusstsein, jener „tieferenWelt der Wahrheit“ damit nahe zu kommen), als ohneLeid und dann ohne diess Gefühl des Erhabenen sein.Somit ist es der Stolz und die gewohnte Art, ihn zu be-friedigen, welche sich dem neuen A^erständniss derMoral entgegenstemmen. W eiche Kraft wird man alsoanzuwenden haben, um diesen Hemmschuh zu beseitigen?AI ehr Stolz? Einen neuen Stolz?
33 -
Die Verachtung der Ursachen, der Folgenund derAAhrklichkeit. — Jene bösen Zufälle, welcheeine Gemeinde treffen, plötzliche AVetter oder Unfrucht-barkeiten oder Seuchen, leiten alle Alitglieder auf denArgwohn, dass A^erstösse gegen die Sitte begangen sind,