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gethan und für gut befunden haben. Dazu war Jeder mitseiner Tugend im Wettstreit mit der Tugend einesAndern oder aller Anderen: wie sollte man nicht alleKünste aufgewendet haben, um seine Tugend zur Schauzu bringen, vor Allem vor sich selber, schon um derÜbung willen! Was nützte eine Tugend, die man nichtzeigen konnte, oder die sich nicht zu zeigen verstand! —Diesen Schauspielern der Tugend that das ChristenthumEinhalt: dafür erfand es das widerliche Prunken undParadiren mit der Sünde, es brachte die erlogene Sünd-haftigkeit in die Welt (bis zum heutigen Tage gilt sie als„guter Ton“ unter guten Christen).
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Die verfeinerte Grausamkeit als Tugend. —Hier ist eine Moralität, die ganz auf dem Triebe nach.Auszeichnung beruht, — denkt nicht zu gut von ihr!Was ist denn das eigentlich für ein Trieb und welchesist sein Hintergedanke? Man will machen, dass unserAnblick dem Anderen wehe thue und seinen Neid, dasGefühl der Ohnmacht und seines Herabsinkens wecke;man will ihm die Bitterkeit seines Fatums zu kostengeben, indem man auf seine Zunge einen Tropfen unseresHonigs träufelt und ihm scharf und schadenfroh bei dieservermeintlichen Wohlthat in’s Auge sieht. Dieser ist de-müthig geworden und vollkommen jetzt in seiner Demuth,— suchet nach Denen, welchen er damit seit langer Zeiteine Tortur hat machen wollen! ihr werdet sie schonfinden! Jener zeigt Erbarmen gegen die Thiere und wirddesshalb bewundert, — aber es giebt gewisse Menschen,an welchen er eben damit seine Grausamkeit hat aus-lassen wollen. Dort steht ein grosser Künstler: die vor-