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zu suchen und den Feinden zu entgehen. Erwägen wirnun, dass auch der höchste Mensch sich eben nur in derArt seiner Nahrung und in dem Begriffe dessen, was ihmAlles feindlich ist, erhoben und verfeinert hat, so wird esnicht unerlaubt sein, das ganze moralische Phänomen alsthierhaft zu bezeichnen.
27.
Der Werth im Glauben an übermenschlicheLeidenschaften. — Die Institution der Ehe hält hart-näckig den Glauben aufrecht, dass die Liebe, obschoneine Leidenschaft, doch als solche der Dauer fähig sei,ja dass die dauerhafte lebenslängliche Liebe als Regelaufgestellt werden könne. Durch diese Zähigkeit einesedlen Glaubens, trotzdem dass derselbe sehr oft und fastin der Regel widerlegt wird und somit eine j>ia frausist, hat sie der Liebe einen höheren Adel gegeben. AlleInstitutionen, welche einer Leidenschaft Glauben anihre Dauer und Verantwortlichkeit der Dauer zu-gestelien, wider das Wesen der Leidenschaft, haben ihreinen neuen Rang gegeben: und Der, welcher voneiner solchen Leidenschaft nunmehr befallen wird, glaubtsich nicht, wie früher, dadurch erniedrigt oder gefährdet,sondern vor sich und seines Gleichen gehoben. Mandenke an Institutionen und Sitten, welche aus derfeurigen Hingebung des Augenblicks die ewige Treuegeschaffen haben, aus dem Gelüst des Zornes die ewigeRache, aus Verzweiflung die ewige Trauer, aus demplötzlichen und einmaligen Worte die ewige Verbindlich-keit. Jedesmal ist sehr viel Heuchelei und Lüge durcheine solche Umschaffung in die Welt g-ekommen: jedes-mal auch, und um diesen Preis, ein neuer übermensch-licher, den Menschen hebender Begriff.