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4 : Abth. 1, Bd. 4 (1895) Morgenröthe
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(vermöge der sogenanntenchromatischen Function),dass sie sich todt stellen oder die Formen nnd Farbeneines anderen Thieres oder von Sand, Blättern, Flechten,Schwämmen annehmen (Das, was die englischen Forschermit mimicry bezeichnen). So verbirgt sich der Einzelneunter der Allgemeinschaft des BegriffesMensch oderunter der Gesellschaft, oder passt sich an Fürsten, Stände,Parteien, Meinungen der Zeit oder der Umgebung an:und zu allen den feinen Arten, uns glücklich, dankbar,mächtig, verliebt zu stellen, wird man leicht das thierischeGleichniss finden. Auch jenen Sinn für Wahrheit, derim Grunde der Sinn für Sicherheit ist, hat der Menschmit dem Thiere gemeinsam: man will sich nicht täuschenlassen, sich nicht durch sich selber irre führen lassen,man hört dem Zureden der eigenen Leidenschaften miss-trauisch zu, man bezwingt sich und bleibt gegen sichauf der Lauer; diess Alles versteht das Thier gleich demMenschen, auch bei ihm wächst die Selbstbeherrschungaus dem Sinn für das Wirkliche (aus der Klugheit) heraus.Ebenfalls beobachtet es die Wirkungen, die es auf dieVorstellung anderer Thiere ausübt, es lernt von dort ausauf sich zurückblicken, sichobjectiv nehmen, es hatseinen Grad von Selbsterkenntniss. Das Thier beurtheiltdie Bewegungen seiner Gegner und Freunde, es lerntihre Eigentliümlichkeiten auswendig, es richtet sich aufdiese ein: gegen Einzelne einer bestimmten Gattunggiebt es ein für allemal den Kampf auf und ebenso er-räth es in der Annäherung mancher Arten von Thierendie Absicht des Friedens und des Vertrags. Die Anfängeder Gerechtigkeit, wie die der Klugheit, Mässigung,Tapferkeit, kurz Alles, was wir mit dem Namen dersokratischen Tugenden bezeichnen, ist thierhaft:eine Folge jener Triebe, welche lehren, nach Nahrung

Nietzsche, Werke Band IV.

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