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Die gute und die böse Natur. — Erst habendie Menschen sich in die Natur hineingedichtet: siesahen überall sich und Ihresgleichen, nämlich ihre böseund launenhafte Gesinnung, gleichsam versteckt unterWolken, Gewittern, Raubthieren, Bäumen und Kräutern:damals erfanden sie die „böse Natur“. Dann kam einmaleine Zeit, da sie sich wieder aus der Natur hinausdich-teten, die Zeit Rousseau’s: man war einander so satt,dass man durchaus einen Weltwinkel haben wollte, woder Mensch nicht hinkommt mit seiner Qual: man erfanddie „gute Natur“.
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Die Moral des freiwilligen Leidens. — AVel-cher Genuss ist für Menschen im Kriegszustände jenerkleinen, stets gefährdeten Gemeinde, wo die strengsteSittlichkeit waltet, der höchste? Also für kraftvolle,rachsüchtige, feindselige, tückische, argwöhnische, zumFurchtbarsten bereite und durch Entbehrung und Sitt-lichkeit gehärtete Seelen? Der Genuss der Grausam-keit: so wie es auch zur Tugend einer solchen Seelein diesen Zuständen gerechnet wird, in der Grausamkeiterfinderisch und unersättlich zu sein. An dem Thundes Grausamen erquickt sich die Gemeinde und wirfteinmal die Düsterkeit der beständigen Angst und Vor-sicht von sich. Die Grausamkeit gehört zur ältestenFestfreude der Menschheit. Folglich denkt man sichauch die Götter erquickt und festlich gestimmt, wennman ihnen den Anblick der Grausamkeit anbietet, —und so schleicht sich die Vorstellung in die Welt, dassdas freiwillige Leiden, die selbsterwählte Marter