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Die ältesten Trostmittel. — Erste Stufe: derMensch sieht in jedem Übelbefinden und MissgeschickEtwas, wofür er irgend jemand Anderes leiden lassenmuss, — dabei wird er sich seiner noch vorhandenenMacht bewusst, und diess tröstet ihn. Zweite Stufe: derMensch sieht in jedem Übelbefinden und Missgeschickeine Strafe, das heisst die Sühnung der Schuld und dasMittel, sich vom bösartigen Zauber eines wirklichen odervermeintlichen Unrechtes loszumachen. Wenn erdieses Yortheils ansichtig wird, welchen das Unglückmit sich bringt, so glaubt er einen Anderen nicht mehrdafür leiden lassen zu müssen, — er sagt sich von dieserArt Befriedigung los, weil er nun eine andere hat.
16.
Erster Satz der Civilisation. — Bei rohenVölkern giebt es eine Gattung von Sitten, deren Absichtdie Sitte überhaupt zu sein scheint: peinliche und imGrunde überflüssige Bestimmungen (wie zum Beispieldie unter den Ivamtschadalen, niemals den Schnee vonden Schuhen mit dem Messer abzuschaben, niemals eineKohle mit dem Messer zu spiessen, niemals ein Eisenin’s Feuer zu legen — und der Tod trifft Den, welcherin solchen Stücken zuwiderhandelt!), die aber die fort-währende Nähe der Sitte, den unausgesetzten Zwang,Sitte zu üben, fortwährend im Bewusstsein erhalten: zurBekräftigung des grossen Satzes, mit dem die Civilisationbeginnt: jede Sitte ist besser als keine Sitte.
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